Mitten im Atlantik, rund 1.000 Kilometer südwestlich von Portugal, liegt die „Blumeninsel“ Madeira. Das ganze Jahr über herrscht hier ein mildes Klima, das üppige Vegetation, exotische Blumen und spektakuläre Landschaften gedeihen lässt. Ein ideales Paradies für Wanderer.
Die Insel vereint schroffe Küsten mit steilen Klippen, dichte Lorbeerwälder (UNESCO-Weltnaturerbe), malerische Dörfer und eindrucksvolle Bergwelten, die Wanderer und Naturfreunde gleichermaßen begeistern. Neben der Natur locken charmante Städte wie Funchal mit bunten Märkten, historischen Gassen und portugiesischer Lebensart.
Wir waren ca. eine Woche auf der Insel unterwegs und haben sie auf einigen Touren zu Fuß erkundet. Besonders in Erinnerung blieben die schroffen Bergen, welche durch vulkanisches Gestein geprägt sind. Gerade die freigewitterten ehemaligen Magmagänge und Vulkanschlote prägen die Landschaft und lassen sie besonders bizzar erscheinen.
Pico Grande
Der Pico Grande (1.654 m) liegt im Zentrum Madeiras und gehört zum vulkanischen Zentralmassiv der Insel. Von seinem Gipfel aus bietet sich ein 360°-Panorama über die Bergwelt Madeiras – vom Pico do Arieiro bis zum Pico Ruivo und tief hinab in das Tal „Curral das Freiras“ (Nonnenstall).
Der Pico Grande ist Teil des alten Vulkankomplexes, welcher Madeira vor etwa 4–5 Millionen Jahren aus dem Atlantik aufsteigen ließ. Die schroffen Felsformationen bestehen überwiegend aus Basalt, der durch die Erosion über Jahrtausende dramatische Klippen und Grate geformt hat.
Die Tour zum Gipel war sehr abwechslungsreich und anspruchsvoll. Dafür wurden wir mit beeindruckenden Aussichten auf die Insel belohnt.














Levada do Rei
Die Levada do Rei im Norden Madeiras beginnt in São Jorge und führt rund 10 Kilometer entlang einer historischen Bewässerungskanalstrecke aus dem 19. Jahrhundert. Der Weg verläuft durch dichte Vegetation, vorbei an Lorbeer- und Heidewäldern, die Teil des UNESCO-geschützten Laurissilva sind. Die tiefeingeschnittenen Täler und steilen Hänge entlang der Levada zeugen von jahrtausendelanger Erosion durch Wasserläufe, die hier spektakuläre Schluchten geformt haben.
Die Route ließ sich leicht ablaufen und oft ist man tief in der Vegation versunken. Der Ribeiro Bonito bildet das Ziel der Tour, das touristisch gut bescht war. Danach ging es entlang der Levada wieder zurück.






Aussichten der Nordküste
Auf ein kurzer Ausflug entlang der Nordwestküste verbanden wir einige der eindrucksvollsten Fotospots der Insel: die markanten Felstürme der Ilhéus da Ribeira da Janela, den Wasserfallblick am Miradouro do Véu da Noiva, die spektakuläre Steilküste bei Teleférico das Achadas da Cruz und die natürlichen Lavapools von Porto Moniz. Hier trifft der tosenden Atlantik auf rauhes Vulkangestein.









Rabaçal
Rabaçal ist ein sehr bekanntes Wandergebiet auf Madeira und demzufolge auch entsprechend gut besucht. Auf unserer Tour haben wir einige Highlight miteinander verbunden. Auch ein paar der Madeira-Buchfinken konnten wir sichten, welche beim Rastplatz nur wenig Scheu zeigten, unsere Voräte zu stibitzen.
Rabaçal liegt im Hochland von Madeira, im Naturpark der Insel, und ist Ausgangspunkt zu einigen der bekanntesten Levadas wie den 25 Fontes oder dem Risco-Wasserfall. Die Region ist geprägt von tief eingeschnittenen Tälern, üppigem Laurissilva-Wald (UNESCO-Weltnaturerbe) und einer Vielzahl an Quellen und Wasserläufen.









Ponta do Clérigo
Die Ponta do Clérigo ist eine schmale Landzunge an der Nordküste Madeiras, gelegen zwischen den Gemeinden Santana und Faial. Von hier eröffnete sich uns ein eindrucksvolles Panorama über die steilen Küstenfelsen des Atlantiks – ein klares fotografisches Highlight. Herrlich ist auch die Sicht auf die Markanten Gipfel des Penha d’Águia (Adlerfels). Bei der Wanderung begegneten uns kaum andere Touristen, sodass wir hier gerne ein Geheimtipp ausloben.






Ponta de Sao Lorenco
Die Ponta de São Lourenço ist die östlichste Landzunge Madeiras und bekannt für ihre karge, fast wüstenhafte Landschaft – ein starker Kontrast zu den grünen Bergen im Inselinneren. Wind und Atlantik haben hier eine dramatische Küstenlandschaft mit steilen Klippen, bizarren Felsformationen und vulkanischem Gestein aus Basalt und Tuff geschaffen.
Das Naturschutzgebiet bot uns weite Ausblicke auf das Meer und kleine vorgelagerte Inseln. Der Küstenwanderweg zählt zu den beliebtesten Touren Madeiras und ist zugleich ein Hotspot für eindrucksvolle Küstenfotografie. Wir sind die Tour recht spät angetreten, weshalb der Besucherstrom stark abgenommen hatte. Dies ist zu empfehlen, ober man ist natürlich schon sehr früh vor Ort.






Von Pico Arieiro zum Pico Ruivo
Die Wanderung vom leicht zugänglichen Pico do Arieiro (1.818 m) zum Pico Ruivo (1.862 m), dem höchsten Gipfel Madeiras, gilt als eine der spektakulärsten Routen der Insel. Der anspruchsvolle Gratweg führt durch Tunnel, über steile Treppen und schmale Pfade, immer begleitet von dramatischen Ausblicken auf schroffe Felsformationen und tiefe Täler.
Aus den genannten Gründen ist die Tour auhc touristisch sehr beliebt. Wir mussten tatsächlich zweimal anreisen, das erste Mal waren wir 9:00 Uhr schlicht zu spät da. Ein zweiter Versuch erfolgte vor Sonnenaufgang am frühen Morgen. Auch zu dieser Zeit gibt es schon starke Besucherströme, denn der Sonnenaufgang über dem Meer ist ein sehr beliebtes Motiv. Leider wurde uns dieser durch Wolken versprerrt. Dafür ergaben die strömenden Wolkenflüsse über die Berggrate herrliche Aufnahmen.










Faial – der Feenwald
In der Region Faial an der Nordküste Madeiras liegt ein besonders mystischer Teil des Laurissilva-Waldes, der wegen seiner moosbewachsenen Bäume und oft nebelverhangenen Stimmung den Beinamen „Feenwald“ trägt. Das Gebiet gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe und bietet dichte Lorbeer- und Heidewälder, die durch das feuchte Mikroklima üppig gedeihen.
Wir hatten sehr viel Glück, das Wandergebiet mit Nebel aufgefunden zu haben, sodass die uralten Bäume in richtig mystische Stimmung getaucht wurden. Auf den anschließenden Weg ins Tal, verschwand der Zauber schnell, sodass der Eintruck enstand, in eine ganz ander Weilt eingetaucht zu sein.








